Yumoto, Kazumi

Am Ende des Sommers

Ein ansprechender universeller und doch sehr japanischer Roman

Baobab Books, 2017, 192 Seiten, ISBN 978-3-905804-82-9

Die Autorin Kazumi Yumoto schreibt, wenn ich mir die anderen Veröffentlichungen hier anschaue, in erster Linie Jugendromane. »Am Ende des Sommers« kann als ein solcher gelesen werden, aber auch andere Leser jedweden Alters dürften in der Geschichte eine kleine Bereicherung sehen.

Drei Grundschüler der sechsten Klasse beschließen, einen alten Mann auszuspionieren. Anlass dafür ist das Interesse herauszufinden, wie es ist, wenn jemand stirbt? Wie sieht ein Toter aus? Der Grundgedanke klingt erst einmal etwas makaber, aber letztlich handelt es sich hier um eine rührende, nachdenkliche Geschichte um Themen wie Freundschaft, Coming of age, Älterwerden, Tod, Ängste, Einsamkeit und vielleicht auch ein bisschen um die Frage, wie man leben soll. Dabei liegt der ganzen Geschichte, die eigentlich universell ist, eine lebendige und ansprechende japanische Atmosphäre zu Grunde.

Dass die Jungen bei ihren Spionageversuchen entdeckt werden und sich eine Freundschaft zwischen ihnen und dem alten Mann anbahnt, ist keine große Überraschung – der Klappentext deutet es ja auch schon an. Von da an begleitet man den Fluss eines eher stillen, aber nicht übermäßig entschleunigten Romans, der stets leicht und dennoch sehr interessant zu lesen ist.

Da ich immer auf der Suche nach weiteren, mir neuen japanischen Autoren bzw. Autorinnen bin, freut es mich, auf dieses Buch gestoßen zu sein. Und ebenso, dass noch weitere Werke der Autorin auf Deutsch erschienen sind. Wer also Gefallen an »Am Ende des Sommers« findet, darf weiter stöbern.

 

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