Shinkai, Makoto

your name.

Eine gut verbrachte Lesezeit

Egmont Manga, 2017, 304 Seiten, ISBN: 978-3-7704-9677-8

Ich liebe japanische Literatur, lese aber keine Mangas, sondern nur Romane. Da kam mir dieses kleine Büchlein recht gelegen, da es zwar nah am Anime und/oder Manga liegt, aber dennoch als Roman durchgeht. Sogar als etwas experimenteller, dazu sehr berührender und gleichzeitig spaßiger, der trotz melancholischer Passagen eher heiter stimmt als zu erdrücken.

 

Mitsuha lebt in einem abgelegenen Dorf, träumt sich aber nach Tokio. So sehr, dass sie eines Nachts tatsächlich feststellt, dass sie während des Träumens im Körper eines Tokioter Schuljungen steckt: Taki – und dieser in ihrem. Wenn man so völlig ohne Plan der äußeren Lebensumstände einfach das Leben eines anderen leben muss, sorgt das natürlich für Schwierigkeiten, Hürden und Komplikationen. Beispielsweise wenn man keine Ahnung hat, wer die besten Freunde sind oder was man am Tag zuvor gemacht hat. Das nutzt der Autor ganz wunderbar. Gleichzeitig müsste es doch, wenn man die Körper tauschen kann, auch die Möglichkeit geben, sich in der realen Welt in den eigenen Körpern zu treffen. Während Mitsuha und Taki im Wechsel von ihrem Erlebnis erzählen, machen sie eine seltsame Entdeckung …

 

Inhaltlich hat mich der Roman total für sich gewinnen können. Aber auch optisch und vom Stil her ist er etwas ungewöhnlich. Optisch deshalb, weil die Seiten nur dreiviertel beschrieben sind, so breit ist der Seitenrand. Das Buch wird ja auch nicht als eigentlicher Roman, sondern als »Light Novel« beworben – daher wirkt auch der Umfang von knapp 300 Seiten mehr, als er wirklich ist. Stilistisch dann nutzt der Autor die fliegenden Wechsel zwischen den beiden Protagonisten teilweise sehr geschickt, sodass man als Leser einem Verlauf folgt, den man so sonst selten zu lesen kriegt. Sehr schön.

 

Insgesamt eine interessante, warmherzige, auf schöne Weise etwas eigen geschriebene, spannende Geschichte mit liebenswerten Charakteren.

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