Machida, Ko

Vom Versuch, einen Glücksgott loszuwerden

Irrwitzig und leicht schnodderig

Cass Verlag, 2016, 172 Seiten, ISBN 978-3-944751-09-2

Mit Ko Machidas »Vom Versuch, einen Glücksgott loszuwerden« liegen erstmals zwei Erzählungen des japanischen Autors auf Deutsch vor – und zwar zwei sehr eigensinnige, dabei aber größtenteils überzeugende.

 

Die titelgebende Geschichte ist etwa 80 Seiten lang und handelt - tja, zumindest zu Beginn von dem Versuch eines etwas abgewrackten Typen, eine kitschige Glücksgottfigur loszuwerden. Da man eine solche aber nicht einfach auf den Müll wirft, stellt ihn das Unterfangen vor ungeahnte Probleme. Schon bald aber gerät dieses Unterfangen etwas in den Hintergrund und der Protagonist sowie sein Kumpel begeben sich auf eine schräg-skurrile Odyssee.

 

Der Textauszug, der auch der Beginn der Geschichte ist, wirkte auf mich eher abschreckend: Unverständliche Wortschöpfungen, die unter anderem auch Bezug auf ostfriesische Inseln nehmen, erleichtern einem nicht gerade den Einstieg in einen japanischen Text. Diese Passage findet man aber nur auf der ersten Seite, danach kann man gut weiterlesen und es entfaltet sich ein interessanter, teilweise irrwitziger Text, der bis zum Ende unterhaltsam bleibt - auch wenn, wie gesagt, der Glücksgott etwas an Relevanz verliert.

 

Die zweite Geschichte, »Flussbettlibrett«, umfasst ebenfalls 80 Seiten - und auch hier bekommt man eine interessante, bizarre Geschichte, die mehrere seltsame Wendungen beinhaltet und nur vage einem strengen Plott folgt. Wie auch die erste Geschichte, so besticht diese hier durch einen etwas schnodderigen, rotzigen Stil, bizarre Situationen und insbesondere sehr witzige, teils absurde Dialoge.

 

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung - nur über die erste Seite muss man hinauskommen!

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