Aoyama, Nanae

Eigenwetter

Alles nur angerissen, daher etwas blass ... sonst schön

Cass Verlag, 2015, 156 Seiten, ISBN 978-3-944751-05-4

Der knapp 150-seitige Roman »Eigenwetter« umfasst den Handlungszeitraum von einem Jahr. Die zwanzigjährige Ich-Erzählerin Chizu zieht, weil ihre Mutter nach China geht, zu einer entfernten Verwandten nach Tokyo. Zu Ginko, einer Einundsiebzigjährigen. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein - und so brauchen sie auch einige Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen und nicht bloß nebeneinanderher zu leben.

Der Roman ließ sich gut weglesen, hat mir auch irgendwie gefallen. Aber so ganz konnte er mich nicht berühren. Vielleicht lag es daran, das die Autorin zwar viele Punkte anspricht, aber auf keinen wirklich tiefgehend eingeht. So bleibt die Geschichte eines antriebslosen, leicht schwermütigen und doch nicht unsympathischen Mädchens, das ihre Situation anhand der von Ginko spiegelt und sich daran misst. Aber ob nun die Themen Alter(sunterschied), Liebe und Trennung, Freundschaften, Konflikte mit den Eltern oder das Selbstständigwerden - alles wird angeschnitten, aber abgebrochen, bevor es gehaltvoll wird.

Dennoch habe ich die Geschichte recht gerne gelesen und die eine oder andere Stelle hat mich auch auf einer irgendwie trist-schwärmerischen Ebene berührt. Somit bleibt »Eigenwetter« ein netter, kurzer Roman, den man gut lesen kann - er war aber keine Herzensangelegenheit.

♥ ♥ ♥